Nach zwölf Jahren Pause für die klassische Reihe hat Konami gemeinsam mit Evil Empire, dem Studio hinter Dead Cells, mit Belmont’s Curse einen neuen Hauptteil angekündigt, passend zum vierzigsten Jubiläum der Marke. Auf der Gamescom 2026 durfte ich das Spiel in einer ausführlichen Session antesten, und ich kann vorwegnehmen, dass es zu den positivsten Überraschungen der gesamten Messe zählte.
Das Erbe der Bemont’s
Belmont’s Curse spielt im Jahr 1499, dreiundzwanzig Jahre nach den Ereignissen von Castlevania III Dracula’s Curse. Statt eines neuen Nachfahren aus männlicher Linie steht diesmal Rose Belmont im Mittelpunkt, die Tochter von Trevor Belmont und Sypha Belnades. Ein Bischof ruft den mittlerweile legendären Vampirjäger Trevor zurück in den Kampf, um den Ursprung einer neuen Bedrohung in Paris zu finden, doch statt selbst loszuziehen schickt er seine Tochter Rose los und überlässt ihr die heilige Familienwaffe, den Vampire Killer. Paris wird von Monstern überrannt, und mitten in der Stadt hat sich das titelgebende Schloss erneut manifestiert.
Spielerisch kehrt Belmont’s Curse konsequent zu den Wurzeln der explorationsbasierten Reihe zurück, wie man sie unter anderem aus Symphony of the Night kennt. Man bewegt sich durch eine nicht lineare Karte aus Schlossgemäuer und umliegender Stadt, bekämpft Gegner und Bosse, sammelt Erfahrung und findet Upgrades sowie Schlüsselgegenstände, die nach und nach neue Bereiche der Welt freischalten. Die Peitsche Vampire Killer dient dabei nicht nur als Waffe, sondern auch als Fortbewegungsmittel über Abgründe und schwer erreichbare Stellen.
Ich wollte gar nicht aufhören
Ich war bei der Ankündigung eigentlich gar nicht im Hype-Modus. Doch mit dem letzten Trailer stellte sich doch irgendwie ein gewisses Interesse ein. Doch wirklich abgeholt, hat mich erst die spielbare Version auf der gamescom! Meine Anspielsession dauerte rund sechzig Minuten und hätte gerne noch länger sein können. Schon der Einstieg wusste zu überzeugen, denn die zweidimensionale Optik ist ausgesprochen hübsch geraten. Während mir die Charaktermodelle in ihrem Art Style weniger gefallen, begeistern mich jedoch insbesondere die Umgebungen. Dazu kommt eine erstaunlich hochwertige Sprachausgabe, die einen sofort in dieses düstere Paris und in Roses Mission hineinzieht.
Besonders positiv ist mir das Kampfsystem aufgefallen. Es fühlt sich bewusst gemächlicher und präziser an, als man es vom rasanten Stil eines Dead Cells erwarten würde, was der Serie sehr gut zu Gesicht steht. Auch die Erkundung stellt eine echte Herausforderung dar. Evil Empire hat bewusst auf übermäßige Wegpunktmarkierungen auf der Karte verzichtet, um den klassischen Charakter der Reihe zu bewahren, auch wenn dadurch Einsteiger anfangs etwas verloren wirken könnten. Als Ausgleich lässt sich die Karte mit eigenen Markierungen versehen, sodass sich Spieler selbst Notizen setzen können, ohne dass das Spiel jeden Schritt vorgibt. Für Fans klassischer Metroidvania Kost dürfte genau das ein großer Pluspunkt sein.
Trotz ihrer anfänglichen Stärke ist Rose keineswegs übermächtig unterwegs. Gegner fordern konzentriertes Spiel, und auch bei der Erkundung warten abseits reiner Kämpfe jede Menge Fallen und Geheimnisse, die volle Aufmerksamkeit verlangen.
Hier scheint alles zu stimmen
Im Gespräch mit den Devs vor Ort wurde deutlich, wie eng beide Studios bei der Entwicklung zusammengearbeitet haben. Dupré betonte, dass im Team von Evil Empire zahlreiche langjährige Castlevania Fans sitzen, während Bordier hervorhob, wie unterstützend Konami bei der Abstimmung von Kunst, Design und Erzählung mit dem Rest der Serie war. Taniguchi selbst machte keinen Hehl daraus, dass er als Fan der Reihe unbedingt wieder frischen Wind in die Marke bringen wollte, und äußerte die Hoffnung, dass bei entsprechendem Erfolg weitere Teile folgen könnten.
Castlevania Belmont’s Curse gehörte für mich zu den stärksten Titeln der gesamten Gamescom 2026, und das nach über zwanzig angespielten Spielen auf der Messe. Die Mischung aus liebevoll gestalteter 2D Optik, durchdachtem, forderndem Kampfsystem und einer Erkundung, die bewusst auf die Intelligenz der Spieler setzt, fühlt sich wie eine würdige Rückkehr zu alter Stärke an, ohne dabei angestaubt zu wirken. Am 15. Oktober erscheint das Spiel für PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch und PC, und ich zähle die Tage bereits mit.
Der Beitrag Preview: Das könnte der nächste Metroidvania-Hit werden! | gamescom 2026 erschien zuerst auf NAT-Games.


